Die Grundsäulen des Islam

Der Islam ist die jüngste der drei großen monotheistischen Weltreligionen. Er entstand im 7. Jahrhundert in Mekka im heutigen Saudi-Arabien. Dort erhielt der Prophet Muhammed im Monat Ramadan die erste göttliche Offenbarung. Der Koran, wie wir ihn heute in Händen halten, ist das Ergebnis der akribischen Sammlung, Verschriftlichung und Anordnung der einzelnen Verse (Ayât) zu zusammenhängenden Kapiteln (Suren).

1. Schahada (Glaubensbekenntnis)

Die Grundlage des Islams bildet das Bekenntnis zur absoluten Einheit und Einzigkeit Gottes (Tawhîd) und zur Prophetenschaft Muhammeds. Sie ist zugleich Inhalt des Glaubensbekenntnisses (Schahada), der ersten der sogenannten „Fünf Säulen“ des Islams. Wer vor Zeugen

اَشْهَدُ اَنْ لاَ اِلهَ اِلاَّ اللهُ وَاَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا عَبْدُهُ وَرَسُولُهُ

„Ich bezeuge, dass es keinen anderen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammed sein Diener und Gesandter ist“

sagt, bekennt sich zum Islam und wird damit zum Muslim.

2. Salâh (Gebet)

Das Gebet ist – nach dem Glaubensbekenntnis – die höchste Pflicht eines Muslims. Es wird unter bestimmten Voraussetzungen verrichtet und ist nach der Überlieferung des Propheten Muhammed der Kern des Islam und der Schlüssel zum Paradies. 

3. Zakât (Sozialabgabe)

Die soziale Abgabe ist eine weitere Säule des Islam. Jeder Erwachsene, der finanziell in der Lage ist, ist jedes Jahr verpflichtet einen bestimmten Prozentsatz des Vermögens an Bedürftige abzugeben. 

4. Fasten

Das Fasten ist eine Pflicht im islamischen Monat Ramadan. Jeder gesunde Muslim, der die Pubertät erreicht hat, fastet vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Mit dem Fasten zeigt ein Muslim die Ergebenheit gegenüber dem Schöpfer, lernt seine Begierden zu kontrollieren und reinigt seinen Körper. 

5. Hadsch (Pilgerfahrt)

Die Pilgerfahrt ist eine Reise, bei der die Kaaba in Mekka besucht wird. Auch die ist für jeden Muslim eine Pflicht – vorausgesetzt er ist dazu finanziell und gesundheitlich in der Lage. 

Diese Grundpfeiler des Islams stärken – jede für sich – die individuelle Beziehung zwischen Mensch und Gott. Sie festigen das Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer Menschen und das solidarische Handeln.

Islam im Alltag

Der Islam ist eine lebendige Religion, die ihren Platz mitten im Leben hat. Die Glaubensinhalte spiegeln sich vor allem in der Lebensweise eines jeden Muslims. Werte wie Geduld, Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit, Bescheidenheit und Barmherzigkeit gegenüber Mensch und Tier sind nur ein kleiner Teil dessen, was der Islam den Menschen vermitteln möchte.

Alle Handlungen eines Muslims sind geleitet von dem Glauben an ein ewiges Leben nach dem Tode. Für jedes noch so kleine Unrecht, dass er einem anderen Geschöpf antut, wird der Mensch eines Tages Rechenschaft ablegen müssen. Deshalb bemühen sich Muslime, der Gesellschaft, in der sie leben, durch ihre Handlungen stets von Nutzen und ihren Mitmenschen ein positives Vorbild zu sein.