Hauptorganisation

Die Mariendorfer Moschee ist ein Ort des Zusammenkommens und des Friedens. Allein das gemeinsame Gebet deckt jedoch keineswegs die Bedürfnisse der Gemeindemitglieder und der Moscheebesucher ab. Die Moschee ist in dem Sinne ein Ort, in der die Bedürfnisse der Mitglieder Gewichtung haben und gemeinsam nach  Lösungsansätzen gesucht wird.

Der erste offenbarte Vers des Korans beginnt mit der Aufforderung: „Trag vor im Namen deines Herrn, der schuf…“ (96:1) Dieser und andere Koranverse sowie Aussprüche und die Praxis des Propheten Muhammad (S.A.V) waren ausschlaggebend dafür, dass die Moschee von Anfang an auch ein Ort der Wissensvermittlung war.

Von besonderer Bedeutung ist hierbei die allgemeine und religiöse Bildung, das Erlernen der deutschen Sprache sowie der Muttersprache. Im Rahmen der Bildungsarbeit, bei der es in erster Linie um die Vermittlung und Vertiefung religiösen Wissens geht, werden vielfältige Angebote für unterschiedliche Altersgruppen gestaltet.

Die Mariendorfer Moschee ist eine Religionsgemeinschaft. Sie hat das Ziel der Vermittlung und Pflege des islamischen Glaubens, seiner Verwirklichung in allen sozialen Bezügen und der Erfüllung der koranischen Gebote. Darüber hinaus vertritt unsere Gemeinde ihre Mitglieder in gesellschaftlichen, sozialen und politischen Angelegenheiten und setzt sich für die Sicherung ihrer Grundrechte ein.

Die Hauptquellen des Islamverständnisses der Mariendorfer Moschee sind der Koran und die Sunna. Der Islam ist eine Religion, die viel mehr ist als die Abhaltung von Gottesdiensten in der Moschee. Sie erinnert die Gläubigen an ihre Verantwortung für ethische Werte in allen gesellschaftlichen und individuellen Lebensbereichen. Den Islam zu leben bedeutet für unsere Gemeinde, unabhängig von geographischen Grenzen und traditionellen Kulturräumen, das Leben in allen Belangen an den Maßstäben des Korans und der Sunna des Propheten auszurichten. Unterschiedliche Formen der religiösen Praxis, denen die Quellen islamischer Rechtsfindung, d. h. Koran, Sunna, Konsens (Idschmâ) und Analogieschluss (Kiyâs) zugrundeliegen, sind für die Gemeinde eine Bereicherung des religiösen und gesellschaftlichen Lebens.

Die Mitglieder der Mariendorfer Moschee pflegen ihre Beziehungen zu ihren Herkunftsländern, sie betrachten sich aber auch als fester und dauerhafter Teil der hiesigen Gesellschaft. Insofern ist es ureigenes Interesse der Mariendorfer Moschee, sich für gesellschaftliche Harmonie und Wohlfahrt einzusetzen. Als Teil der weltweiten islamischen Gemeinschaft (Umma) ist es zudem Aufgabe unserer Gemeinde, die Probleme der Muslime weltweit aufmerksam zu beobachten und zu ihrer Lösung beizutragen.

Der Schutz von und die Hilfe für Menschen in Not kann aus islamischer Sicht nur gemeinschaftlich erfüllt werden. Weltweit unterstützt die Mariendorfer Moschee deshalb in Zusammenarbeit mitstaatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen den Kampf gegen Ungerechtigkeiten. Sie setzt sich für Lösungen wirtschaftlicher, politischer und sozialer Probleme ein, um elementare Tugenden wie das Gute und die Solidarität zwischen den Menschen zu fördern. Im Einklang mit den Worten des Propheten „Wetteifert im Guten und in der Gottgefälligkeit“ oder „Erleichtert, erschwert nicht“, tritt unsere Gemeinde für universelle Werte und gegenseitige Solidarität ein. Im Islam gibt es individuelle Gebote und jene, die nur gemeinschaftlich erfüllt werden können; vor allem in gesellschaftlichen Angelegenheiten ist gemeinsames Engagement notwendig. Und oftmals bedarf es für den Schutz der Armen und Bedürftigen einer Auseinandersetzung mit manifesten Mechanismen, die das Gute verhindern und das Schlechte fördern.